Dritter Platz im Nationenreichsten Jugendturnier der Welt
Eine anstrengende aber sehr erfolgreiche Woche spielten die C-Mädchen I beim
DANA-Cup 2003 in Hjörring/Dänemark. 315 Minuten, das sind 3 ½ Erwachsenen-
spiele, und das in nur vier Tagen. Eine wahrlich große Leistung.
Nachdem man schon 2002 ein sehr gutes Ergebnis mit nach Berlin nahm, spielten
Sich die Mädchen dieses Mal in die Herzen der Zuschauer. Das am Ende nicht noch
mehr herauskam, lag zum einen am großen "Krankenlager", welches das Team von
Beginn an begleitete. Zum anderen daran, dass fast alle Spiele in den Essenzeiten
Lagen und somit eine ruhige und ausreichende Nahrungsaufnahme verhindert wurde.
Insgesamt jedoch ein brillantes Ergebnis, welches zeigt, dass Grün Weiss Neukölln auch international eine gute Adresse ist.
Nachfolgend Berichte und viele, viele Fotos vom Turnier.
Beim Abschlusstraining vor dem ersten Spiel die "Hiobsbotschaften" . Anja Knöchel-
verletzung (Souvenir aus Spanienurlaub) und Romina mit Rückenschmerzen.
Zwei Ausfälle, ohne gespielt zu haben. Und gerade vor dem Spiel gegen eine skandinavische Elf, die das körperliche Spiel bevorzugt.
Nun mussten die eigenen Tugenden her. Technik, Spiel ohne Ball und volle Konzen-
tration von Beginn an. Die Mädels bewiesen hier die Nerven. Die Abwehr hielt die
Gegnerinnen in Schach und der schnelle Aufbau über das Mittelfeld zahlte sich dann
aus. Aber auch Standardsituationen wurden bestens genutzt. So verwertete Fabiola einen präzisen Freistoß von Paula direkt und Nawina setzte mit einem direkt ver-
wandelten Eckball noch einen drauf. Ein toller Start für die Mannschaft.
GW Neukölln (GER) - Horsens SIK I (DAN) = 0 : 2
Eine herber Rückschlag für das Team. Alles, was man sich vorgenommen hatte,
brach nach nur zwei Spielminuten ein. Nach Anja musste nun auch Jenny zuschauen. Schmerzen in der Leiste brachten ihr die Zwangspause und Andreas
sowie Frank großes Kopfzerbrechen. An Offensivfußball war gegen die sehr hart
und gut spielenden Däninnen nicht mehr zu denken. Defensivtaktik und auf Konter-
möglichkeiten hoffen hieß jetzt die Devise. Und das Bollwerk hielt. Immer wieder rannten sich die Däninnen in dem dichten Abwehrriegel fest. Anna sorgte als einzige Spitze immer wieder für Entlastung, aber es fehlte einfach die Unterstützung zu mehr.
Bis zur 32. Minute ging alles gut. Dann viel auch noch Fabiola aus und Horsens
Machte prompt das 1:0. Aber es kam noch dicker für GW. Durch eine unfaire Attacke musste auch noch Suzan das Spielfeld verlassen. Bevor man sich neu formieren konnte, machten die Däninnen das 2:0. Wer jetzt dachte, GW bricht ein, der hatte sich getäuscht. Man bäumte sich noch mal auf und kam gefährlich auf. Und wenn Viola oder Sandra frei vor dem Tor ihre Chancen genutzt hätten, man hätte den Spieß nochmals umdrehen können. So wurden die Mädchen für ihren aufopferungs- vollen Kampf nicht belohnt. Frage war nun, was macht die große Bank der Ver- letzten, denn im nächsten Spiel musste man gewinnen.
Toller Einsatz, am Ende nicht belohnt
GW Neukölln (GER) - Kode IF (SWE) = 3 : 0
Tore: 1:0 Paula, 2:0 Anna-Sophie, 3:0 Cindy
Gute Arbeit von Manuela und ein Lichtblick, Anja war wieder einsatzbereit, wenn auch erst für eine Halbzeit. Leider machten die Rückenschmerzen von Romina immer wieder Sorgen. So entschied man sich für Cindy auf Rechtsaußen und Mandy
ging in den Kasten. Und es sollte sich alles auszahlen.
Die Abwehr hielt, obwohl auch nun Nawina mit Magendarmproblemen zu kämpfen hatte. Doch Suzan ( brachte eine Superleistung im gesamten Turnierverlauf), Naomi
und Marie hielten zu ihr und ließen nichts "anbrennen".
Wie schon bereits im ersten Spiel kam man über die Außen und so zum verdienten
Erfolg. Eben noch am Boden, jetzt wieder oben auf. Klasseleistung vom Team.
Da die Mitkontrahenten um Platz zwei gepatzt hatten, reichte nun sogar eine knappe
Niederlage zum Weiterkommen aus. Aber kein Wort wich dem Trainergespann über die Lippen, zu große Angst hatte man vor einer gewissen Überheblichkeit im Team.
Mit einem Feuerwerk der Tore sicherte sich GW den zweiten Gruppenplatz und
den Einzug in die A-Finalrunde.
Die Norwegische Vertretung hatte dem Spiel der Grünweißen kaum etwas entgegen-
zusetzen und war am Ende mit dem Ergebnis noch gut bedient. So konnte man auf
grünweißer Seite schnell Kräfte schonen und die angeschlagenen Spielerinnen vom
Feld nehmen.
Nach dem Spiel wurde mit der Norwegischen Vertretung noch ausgelassen bei Musik
gefeiert, was dem tollen Charakter der Akteure auf dem Feld anzurechnen ist.
Von nun an war jedes Spiel ein Endspiel und im Achtelfinale bekam man gleich den
Topfavoriten aus den USA vorgesetzt.
Achtelfinale
Sirens SC (USA) - GW Neukölln (GER) = 1 : 2
Tore: 0:1 Anna-Sophie, 1:2 (Golden Goal) Viola
Das es ein Schweres Spiel werden sollte, darauf hatte man sich eingestellt, dass es
Ein wahres Topspiel wurde, dass begriff man erst während des Spiels. Mit den
"Sirens" stand ein Team auf dem Feld, welches in allen Belangen ihrer Favoriten-
rolle gerecht wurde. Waren die Grünweißen körperlich überlegen, so waren die US-
Girls läuferisch sehr stark und besonders in Standartsituationen gefährlich. Zum
Glück war man auf die Standards und einige Spielerinnen vorgewarnt. Rudi und Frank hatten hier gut "spioniert". Und GW konnte auf wieder auf alle Spielerinnen
Zurückgreifen. Wenn auch noch nicht alle topfit waren, so bissen sie die "Zähne"
zusammen und gaben einfach alles, was möglich war.
Den Zuschauern wurde ein packendes und mitreißendes Spiel geboten. Immer wieder versuchte Sirens GW in deren Hälfte festzunageln. Aber immer wieder löste sich GW geschickt und setzte zu gefährlichen Konter an. Und das mit Erfolg. Paula im Mittelfeld gibt den Ball steil auf Anna und die geht gleich an drei (!) Spielerinnen vorbei und schiebt das Leder unter der herauseilenden Torhüterin zur 1:0 Führung ins Netz. Sirens Antwort nun immer wütender.
Nur mit "geschickten" Fouls wird jetzt auf US-Seite gearbeitet. Aber nicht immer. So wird Suzan von ihrer Gegenspielerin überhart von hinten von den Beinen geholt.
Die gelbe Karte hierfür eher eine Floskel. Suzan zahlt es ihr heim, denn die Amerikanische Spielmacherin sieht von da an keinen Stich mehr.
Der Ausgleich dann völlig unerwartet und missverständlich. Obwohl vom Schiedsrichter noch nicht freigegeben (Auswechselungen), führen die "Amis" einen Einwurf durch, der Ball wird dann vor Augen des Referees mit der Hand mitgenommen und anschließend hoch in den Strafraum geschossen. Gleich drei grünweiße Abwehrspielerinnen stehen sich im Weg und auch Cindy verlässt voreilig den Kasten. Über Freund und Gegner trumpft der Ball auf und geht in das leere Gehäuse. Jetzt zeigt sich aber die tolle Moral der Mädels. Keine Schuldzuweisungen,
dagegen gegenseitige Motivation bis zum Spielende.
2 x 7 Minuten Verlängerung und das bei hohen Temperaturen um die 28 Grad C.
Aber des dauert nur drei Minuten. Aus dem Mittelfeld schlägt Fabiola den Ball nach links zu Anna, diese spielt geschickt auf Viola, welche noch fünf Meter geht und das
Leder dann voll trifft. Aus 30 Meter senkt sich der Ball über die US-Keeperin und schlägt im hinteren Eck ein. Erst als eine grünweiße Spielerin das Wort Sieg ausruft,
ist es mit der Anspannung vorbei. Schnell bildet sich ein Knäuel Neuköllner Spielerinnen über der am Boden liegenden Torschützen. Allen ist klar, was man eben
geschafft hatte, einige Spielerinnen können ihre Tränen nicht verbergen. Schöner
kann Fußball nicht sein, vorausgesetzt man steht auf der Siegerseite. Die US-Girls
dagegen am Boden, sehr viel hatte man sich vorgenommen und nun waren alle Träume zerplatzt. Am Ende dann jedoch Fair Play und Händeschütteln.
Im anliegenden Kasino gab es dann noch eine kleine Siegesfeier und die Einladung zu Mac Donalds von der Familie Reinsdorf. Man hatte es verdient!
Das Viertelfinale war erreicht, jetzt war alles möglich.
Die Verteidigung hält und hält!
Siege können so schön sein!
"Goldene Torschützin"
Viertelfinale
GW Neukölln (GER) - Boo FF (SWE) = 4 : 0
Tore: 1:0, 2:0 und 3:0 Anna-Sophie, 4:0 Paula
Das US-Spiel hatte sehr viel Kraft gekostet. Und nun spielte auch noch einigen Spielerinnen der Kopf einen Streich. Angst ging um. Selbstzweifel! Andreas glaubte
seinen Ohren nicht. Sollte man etwa so kurz vor dem Ziel an sich selbst scheitern?
Die ersten Minuten des Spiels und das schnelle 1:0 sollten eigentlich beruhigen. Aber anstatt nachzulegen "eierte" man herum und spielte nervös. So blieben auch mehre gute Einschussmöglichkeiten ungenutzt. Auch die Hintermannschaft spielte
jetzt nervös. Aber dann entsann man sich auf wieder auf das Wesentliche und mit zwei schnellen Treffern war das Spiel entschieden. Paula setzte noch einen drauf
und der Sieg war perfekt. GW Neukölln im Halbfinale. Eine Runde Eis für den Sieg
auf dem Heimweg für eine erschöpfte Mannschaft. 35 (!) ausländische Teams hatte
man hinter sich gelassen, reicht nun auch noch die Kraft für das Ende?
Gekämpft.....
und geschafft!
Halbfinale
Fortuna I (DAN) - GW Neukölln (GER) = 4 : 0
Man hatte die kurze Zeit genutzt und entspannt. Die Mannschaft hochkonzentriert
und motiviert. Aber reicht die Kraft? GW hat gleich mehrere brenzlige Situationen
zu überstehen. Zum Glück steht mit Cindy eine Toptorhüterin im Kasten und bringt
Fortuna zum verzweifeln. Erst als Andreas umstellt (Nawina zum Libero, Fabiola für
Jenny), kommt GW besser ins Spiel, besitzt sogar die größeren Spielanteile.
So geht es unentschieden in die Halbzeit. Wenige Sekunden vor Wiederanpfiff der
Rückschlag. Nawina muss aufgeben, zu stark sind Magenschmerzen. Suzan muss
kurzfristig in die Position und gerade, als man umstellen will fällt das 0:1. Genau
dort, wo man etwas ändern wollte. Nun ist alles hinfällig und man muss wieder anders denken. Der vorangegangene Kräfteverschleiß ist jedoch zu hoch. Besonders den Spielerinnen, welche fast alle Spiele durchgespielt haben, ist er deutlich anzumerken. Nach dem 0:2 nochmals ein Versuch dem Spiel eine Wende
zu geben, jedoch läuft man postwendend in einen Konter zum 0:3. Das 0:4 dann
nur noch am Rande. Erschöpft und traurig fallen sie zu Boden, "ausgepowert" mit
den Kräften am Ende, mit der Gewissheit, großes geleistet zu haben.
Nach tollen Spielen mit der Kraft am Ende!
Am Ende eine Auswahl von Fotos der erfolgreichen Cup-Teilnahme.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Frank und Birgit Reinsdorf und Rudi Schneider
für die herzliche Hilfe. Ebenso bei der Firma Malermathies für die tollen T-Shirts.
Weiteren Dank an Jugendabteilung und Förderverein für die finanzielle Unterstützung.
Und allen, die uns daheim die Daumen gedrückt haben, danke ihr wart Spitze!
Endlich da, nach einer langen Bahnreise!
Das letzte Stück.
Volles Stadion
Soccer girls from Germany
Super Stimmung
Ole, ole, ole, Oleeeeeeee
Spaß außerhalb des Feldes
Shopping in Hjörring
Ablenkung mit Eis
Oder mal mit Bratwurst!
3. Platz im Turnier, beim Feiern die Nummer 1
Feuerwerk für tolle Spiele
"Siegertypen"
Danke Birgit, danke Frank und Ariel!
Erschöpfte Turnierheldinnen
Ein schöner Abschluss nach vier tollen Jahren, servus Manuela!